Online und Präsenztraining im Vergleich – Passion & Wine

Bitte bestätigen Sie Ihr Alter

Bitte bestätigen Sie, dass Sie mindestens 18 Jahre alt sind.

aktuelles

Online und Präsenztraining im Vergleich

Andrea Künker

Zurück
Veröffentlicht von - August 1, 2020 2:37 pm

Online- oder Präsenztraining – Zeit für eine Bilanz

Freitag der 13.

 

Für uns kam Freitag der 13. März 2020 der Corona-Lockdown – irgendwie passend. Persönlich war ich gerade auf dem Weg von Ludwigshafen nach Nürnberg für ein Messetraining. Dann kam der Anruf des Kunden, dass Corona bedingt das Training nicht stattfinden kann.

 

 

Leider erreichten uns danach noch sehr viele Anrufe und E-Mails. Die Botschaften waren identisch. Alle Trainings, Workshops, Seminare, Coachings, in denen Menschen persönlich aufeinander trafen, wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Seid Ihr Online?

Von heute auf morgen wurden wir also digital. Jedes Beratungs- und Trainingsunternehmen hätte auch vor Corona schon von sich behauptet, dass es digital unterwegs ist – so auch wir. Hier mal ein Online-Coaching, Besprechungen über Skype oder Webex, ab und zu ein Online-Workshop, logisch, das machen wir. Das gab es davor auch schon. Aber von heute auf morgen zu 100% digital? Das war komplett neu.

Nothing is constant, except change

 

Unser Vorteil als kleines Unternehmen war und ist schon immer gewesen, dass wir uns extrem schnell auf Veränderungen einlassen. Der Drang zu stetigen Veränderungen ist in unserer DNA festgelegt, wir gestalten Veränderungen aktiv mit. Unser Motto: „Nothing is constant, except change.“ ist kein Zufall, wir leben das!

 

 

 

Am 16. März 2020 kam unser Online-Equipment und unser Büro wurde innerhalb weniger Stunden zur kleinen virtuellen Bühne. Auf die Frage von Kunden, ob wir auch online trainieren oder coachen, konnten wir also selbstbewusst mit „Ja!“ antworten.

.

 

 

Gleichzeitig mit unseren Trainings- und Coachingaktivitäten ging unsere Tochterfirma Passion & Wine mit den virtuellen Winetastings online.

Mehr als vier Monate

 

Seit mehr als vier Monaten sind wir also im Digitalmodus. Inzwischen finden zwar wieder die ersten Präsenztrainings bzw. Face-to-Face Coachings und Besprechungen statt. Bei ein paar wenigen Auftraggebern wurde das bereits seit Mitte Mai 2020 so umgesetzt. Bei dem Großteil unserer Kunden läuft jedoch immer noch alles online.

 

 

Es ist nach wie vor eine spannende Zeit. Wir sammeln täglich Erfahrungen und lernen dazu. Training, Coaching, Besprechungen, aber auch komplette mehrtägige Tagungen wurden und werden von uns digital durchgeführt bzw. moderiert und begleitet.

Ein erster Vergleich

 

Aufgrund der Corona geschuldeten Situation hatten und haben wir somit sehr gut die Möglichkeit, zwischen den beiden Formaten, digital und online hin und her zu springen, zu vergleichen, Dinge auszuprobieren und zu verbessern.

 

 

  • Was funktioniert, was nicht?
  • Wie schaffen wir es, intensiv mit unseren Teilnehmern auch digital zu interagieren?
  • Wie können Inhalte so transportiert werden, dass auch online nachhaltig davon profitiert wird?
  • Wieviele Stunden sind Mitarbeiter in der Lage, sich online zu konzentrieren?
  • Wie effektiv sind Gruppenarbeiten in Breakout Rooms?
  • Wie muss ein Online-Training oder Workshop aufgebaut werden, wenn ein Präsenztraining zwei Tage gedauert hätte?
  • Wo gibt es Schnittstellen und Ergänzungen zwischen Online- und F2F-Formaten?
  • Welche Tools, wie Mentimeter etc. können wir in unsere Trainings einbauen?

 

 

 

Vorteile von Online

 

Dass Online-Trainings und Coachings Vorteile für uns und unsere Auftraggeber haben, ist zum einen offensichtlich:

 

 

  • keine Reisekosten
  • keine Reisezeiten
  • keine Infektionsgefahr
  • kürze Trainingsdauer
  • effizientere Meetings
  • höhere Fokussierung der Teilnehmer

 

 

 

Aufgrund der genannten Vorteile ist der Trend klar, nämlich, dass auch nach Corona vieles, was digital ad hoc aus dem Boden gestampft wurde, beibehalten wird. So wird stundenlanges Reisen per Auto, Bahn oder Flieger für eine Besprechung am Hamburger Flughafen, oft verbunden mit Übernachtungen, häufig der Vergangenheit angehören. Mal ‚kurz‘ nach München oder Frankfurt für ein Meeting. Solche Dinge werden bereits stark hinterfragt, ob sie wirklich notwendig sind, wenn die digitale Alternative hier auch extrem viel Reisekosten und Reisezeit einspart.

Nachteile von Online

 

Neben den positiven Aspekten hat online aber auch Nachteile, die unserer Meinung nach berücksichtigt werden sollten:

 

 

  • Durch die ständige Fokussierung sind Online-Formate wesentlich anstrengender für die Teilnehmer und den Trainer. Dadurch sinkt zwar die Trainingszeit, es sind aber mehrere kürze Trainingsblöcke notwendig.
  • Die Teilnehmer sind wesentlich leichter ablenkbar. Mal nebenher E-Mails checken ist ja jetzt so einfach, bemerkt ja keiner.
  • Nur wenige können komplett störungsfrei an einem Online-Workshop oder Training teilnehmen, weil das Homeoffice daheim oft nur einen suboptimalen Versuch des mobilen Arbeitens präsentiert. Ablenkungen sind hier oft ubiquitär.
  • Nicht jeder Teilnehmer und auch Trainer hat eine gute Internetverbindung. Zeitverzögerungen, schlechter Ton und pixelige Bilder nerven extrem.
  • Teilnehmersignale werde online häufig nicht wahrgenommen. So werden z.B. die rollenden Augen nicht bemerkt. Man übersieht vielleicht, dass sich jemand langweilt.
  • Man bekommt die Stimmung im virtuellen Raum viel schwieriger mit als in F2F-Formaten, kann also nicht so spontan und wirkungsvoll als Trainer agieren.
  • Die Phasen, in denen Teilnehmer sich kennenlernen können, sind extrem reduziert. Der Pausentalk oder das gemeinsame Mittagessen, das Bier abends an der Hotelbar, das fehlt vollständig. Dies sind aber Faktoren, die ein Training oft nachhaltig machen.

 

 

 

 

Diese Aspekte sind für uns als Trainer elementar, um ein Training zu mehr zu machen als nur Wissensvermittlung.

 

 

Was online naturgemäß überhaupt nicht funktioniert, sind Tätigkeiten als Fieldcoach, also wenn Mitarbeiter in ihrem täglichen Arbeitsumfeld von uns als Coach begleitet werden und z.B. die Interaktion und Kommunikation mit Kunden beobachtet und analysiert wird. Fieldcoaching ist ein extrem bewährtes und gerade in der Pharmaindustrie alltägliches Tool, um Vertriebsmitarbeiter noch besser zu machen. Aber z.B. auch das Begleiten einer Führungskraft in ihrem alltäglichen beruflichen Kontext ist sehr effektiv – online kaum realisierbar.

Was Online funktioniert?

 

In der Pharmaindustrie sind Gesprächstrainings nach wie vor ein gängiges Trainingstool. In Gesprächstrainings werden Arztgespräche, also Kundengespräche, trainiert. In anderen Branchen werden diese oft als Rollenspiele bezeichnet. Hier hatten wir zunächst Bedenken, diese online durchzuführen. Es funktioniert aber brillant. Der scheinbar geschützte Online-Raum lässt viel mehr bei den Teilnehmern zu, und ein effektives Arbeiten in kleinen Gruppen ist sehr gut möglich.

 

 

 

Was ebenfalls hervorragend online durchzuführen ist, ist der Prozess der kollegialen Beratung. Auch hier trägt der Online-Modus dazu bei, dass fokussiert und präzise gearbeitet werden kann.

 

 

 

Methodentrainings, wie insbesondere Computer-Programmtrainings, sind für den Online-Modus prädestiniert. Schnell, kurz, fokussiert und damit sehr effizient. Auch Kombinationen daraus, wie Zeitmanagement mit Outlook, Moderationstechniken, Einwandbehandlungen etc., können online gut trainiert werden. Online funktioniert also, wenn eine Technik oder Methodik im Vordergrund steht.

 

 

Einen Sonderfall stellt für uns Online-Coaching dar. Es ist sehr eindrucksvoll, welche Nähe auch online entstehen kann. Funktioniert dies, ist Online-Coaching ein richtig gutes und effektives Tool.

Was Online herausragend funktioniert?

 

Was wir so nicht erwartet haben, sind die positiven Erfahrungen, die wir mit unseren virtuellen Winetastings, also mit Online-Weinverkostungen bei Passion & Wine machen konnten. Als Event oder Teambuilding-Maßnahme, Online-Weinverkostungen sind mit Abstand die beste Wahl, um Teilnehmer 1,5 – 2 h zu fesseln und für das Thema zu begeistern. Nirgendwo sonst haben wir Teilnehmer so fokussiert und offen erlebt. Auch hier führt der gefühlt geschützte Raum dazu, dass sich auf einmal getraut wird, offen zu diskutieren, Fragen zu stellen, seine Meinung zu äußern etc.

 

 

Auch im virtuellen Raum gelingt es also, gemeinsam Spaß zu haben. Dieser Lerneffekt war auch für unsere anderen Trainings und Themen sehr wichtig. Online funktioniert auch mit Spaßfaktor.

Was Online nicht funktioniert?

 

Neben den positiven Erfahrungen gibt es aber auch klar zu benennende Nachteile, z.B. wenn:

 

 

  • der Austausch in der Gruppe im Fokus steht
  • persönliche Verhaltensänderungen angestoßen werden sollen
  • das gemeinsame Erleben wichtig ist
  • der Raum benötigt wird, um zu lernen und sich auszuprobieren
  • es um mehr geht, als das Trainingsthema eigentlich zunächst hergibt
  • es um Soft Skills geht
  • Konflikte im Raum stehen
  • Gefühle wesentlich sind
  • der informelle Austausch in den Kaffeepausen relevant ist
  • bei mehrtägigen Trainings der gemeinsame Abend in der Hotelbar eine wichtige Bedeutung hat
  • wenn neue Mitarbeiter integriert werden sollen

 

 

Immer dann, wenn derartige Aspekte berücksichtigt werden sollen, sind Präsenztrainings oder eine Kombination aus beiden unserer Meinung nach die wesentlich bessere Wahl.

Kontextabhängig

 

Online oder Präsenz? Beides hat also Vor- und Nachteile. Nach unserer Erfahrung sehen wir die Unterschiede inzwischen maßgeblich im Kontext der Fragestellung: Was soll trainiert werden?

 

 

Wenn technische Trainings wie z.B. Zeitmanagement mit dem Schwerpunkt Outlook trainiert werden soll, ist online ein sehr gutes Tool. Soll aber in einem Zeitmanagement-Training eine Veränderung des eigenen Verhaltens induziert werden, hat für uns ein Präsenztraining den Vorrang bzw. eine Mischung aus beiden. Es gibt also kein Schwarz oder Weiß, sondern die Fragestellung, was erreicht werden soll, ist entscheidend. Dann können wir zusammen mit unseren Kunden die Entscheidung treffen, welches Format gewählt werden sollte.

Kein Oder – sondern Und

 

Die letzten Monate haben uns zu der Erkenntnis gebracht, dass es nicht um die Grundsatzfrage geht, ob online oder F2F die bessere Art des Trainings, Coachings oder der Beratung ist, sondern es geht darum, wie sich beides kombinieren und ergänzen lässt.

 

 

 

Der Präsenztrainer wird genauso wenig aussterben, wie der seit Jahrzehnten prognostizierte Untergang des Pharmareferenten in den nächsten Jahren stattfinden wird. Aber es wird notwendig sein, online und präsent, insbesondere im Sinne der Nachhaltigkeit von Maßnahmen, effektiv zu kombinieren und dadurch einen Mehrwert zu schaffen.

 

 

Es geht also nicht um die Wahl, ob ein Online- oder Präsenzcoaching bzw. Training durchgeführt werden soll, sondern um die Frage: Und wie kann ich beide Maßnahmen effektiv miteinander kombinieren?

Call to Action

Kontaktieren Sie uns unter info@bsc-cc.de oder info@passion-wine.de zu der verschiedenen Trainingsmöglichkeiten oder wenn Sie auf der Suche nach einem passenden Online-Event für Ihre Mitarbeiter oder Kunden sind.

 

 

 

 

Verlieren Sie keine Zeit!

 


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen